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Homeoffice adé – Zurück ins Büro und ins Team

Nachdem wir vor eineinhalb Jahren unsanft aus unserer Komfortzone gerissen wurden, hat sich das Miteinander im Arbeitsalltag enorm verändert und auch neu eingependelt.

Nun soll es bei vielen Unternehmen vermehrt wieder zurück ins Büro gehen! Zurück ins alte Teamgefüge, zurück zu den alten Routinen? Vielmehr braucht es dafür einen partizipativen Teamprozess zur Neugestaltung der Zusammenarbeit – hybrid oder vor Ort-, der veränderte Teamdynamiken berücksichtigt. Denn die Pandemie hat uns alle auf ganz unterschiedliche Weise nachhaltig verändert.

2020: Homeoffice für alle – Umdenken und Neulernen im Eiltempo

In unglaublichem Tempo, mit unkonventionellen und kreativen Lösungen richteten im Frühjahr 2020 die Mitarbeitenden ihre digitalen Arbeitsplätze zu Hause ein: am Esstisch, in einer Ecke des Schlafzimmers, im Keller. Ich war beeindruckt, wie schnell viele Unternehmen ihre Belegschaft mit mobilen Geräten ausstatteten wie schnell alle Beteiligten in den ersten Wochen und Monaten ihren beruflichen Alltag mit digitalen Kommunikationsformen, Videomeetings und virtuellen Kaffeepausen komplett neu gestalteten. Eine wahrhaft steile Lernkurve für jede und jeden Einzelnen!

2021: Homeoffice als neue Normalität

Inzwischen haben sich die Menschen an diese neue Form des Arbeitens im Homeoffice oder in hybriden Formaten gewöhnt und ihr Arbeitsverhalten angepasst.

Viele schätzen es, mehr Verantwortung und Entscheidungsfreiheit zu haben, ungestörter und effektiver zu arbeiten, unterstützt durch moderne Arbeitsorganisation per Cloud.

Gleichzeitig sorgen eingesparte Fahrzeit sowie flexibles Arbeiten für eine ausgewogenere Work-Life-Balance. Andererseits erleben sehr viele Beschäftigte das virtuelle Arbeiten als hoch belastend. Pausenlos aufeinanderfolgende Meetings scheinen das Maximum an effektiver Arbeitszeit herauszuholen- auf Dauer zu Lasten der Gesundheit.

Daneben leidet eine nicht zu unterschätzende Zahl an Mitarbeitenden im Homeoffice unter sozialer Isolation und Überforderung beim digitalen Arbeiten und wegen fehlenden Austauschs mit Kollegen und Vorgesetzten. Diese psychischen Belastungen können ernsthafte Erkrankungen verursachen und zu nachlassender Leistungsfähigkeit führen.

Heute: Zurück ins Büro – einfach weitermachen wie früher?

Wie können wir uns nun gemeinsam auf die Zeit vorbereiten, wenn alle wieder zum Arbeiten ins Büro kommen? Einfach den Schalter umlegen und genau wie vor Corona als Team zusammenarbeiten – das wird wohl nicht so einfach funktionieren!

Erinnern Sie sich an Situationen, wenn KollegInnen z.B. nach langer Krankheit oder nach Elternzeit zurückgekommen sind? Während der Abwesenheit hatten sich sowohl dieser Mensch als auch das Team verändert. Und da ging es nur um eine einzelne Person.

Jetzt hat jedes Teammitglied über ein Jahr lang ganz oder überwiegend von zu Hause gearbeitet. Die Zusammenarbeit im Team fand vorwiegend virtuell statt. Wenn nun alle ins Büro zurückkehren mit unterschiedlichen Pandemie-Erfahrungen und mit vielfältigen Erfahrungen im virtuellen oder hybriden Arbeitsalltag, wird sich das Team ganz neu finden müssen.

Gemeinsame Zukunftsgestaltung im Team

Wichtig ist, dass Sie die Rückkehr ins Büro oder in eine dauerhaft hybride Zukunft als Team gemeinsam gestalten und dass jede/r gehört wird und sich an diesem Prozess aktiv beteiligt. Nehmen Sie sich Zeit die Erwartungen und Bedürfnisse aller Beteiligten zu beleuchten – am besten in Form eines Workshops. Entwickeln Sie anschließend aus den Ergebnissen einen neuen Rahmen für eine langfristig erfolgreiche Zusammenarbeit im Team. Folgende Fragen können hierbei als Leitfaden dienen:

Was ist während der Pandemie gut gelaufen?
Was ist während der Pandemie schlecht gelaufen?
Was soll für die Zukunft erhalten bleiben? Was soll wegfallen?
Was soll aus den Zeiten vor der Pandemie wiederbelebt werden?
Was soll ganz neu gestaltet werden? Welche Ideen gibt es dazu?
Welche Erwartungen, Bedürfnisse und Ziele haben die

  • Mitarbeitenden
  • Führungskraft
  • Unternehmensführung?

Sammeln Sie im ersten Schritt alle Antworten und Ideen ganz wertfrei. In einem zweiten Schritt identifizieren Sie diejenigen Vorschläge, die besonders dienlich zur Erfüllung der genannten Erwartungen und Zielen erscheinen.

Vereinbarungen treffen und sukzessive optimieren

Am Ende sollte eine Vereinbarung getroffen werden über einen ersten Entwurf – einen Prototypen – der zukünftigen Zusammenarbeit. Verabreden Sie gemeinsam, diese Vereinbarung versuchsweise in der Praxis zu leben z. B. für 3 Monate.

Laden Sie das Team nach 3 Monaten zu einer Retrospektive ein, um den Erfolg Ihres Prototypen zu bewerten:
Was lief/ läuft gut?
Was lassen wir zukünftig bleiben?
Was probieren wir stattdessen aus?

Mit regelmäßiger Reflektion können Sie so Schritt für Schritt die Ausgangsvereinbarung beteiligungsorientiert optimieren.

Unser Angebot: Professionelle Unterstützung im Teamprozess

Sie wünschen sich professionelle externe Begleitung bei dieser Neugestaltung der Zusammenarbeit in Ihrem Team?  Bei der Durchführung von Workshops und Retrospektiven unterstützen unsere erfahrenen Coaches Sie gern. Sprechen Sie uns einfach an!

Kerpen, 13.08.2021

Kerstin Brandes, Systemischer Coach (ECA)

Kontakt:
kerstin.brandes@coachingwerk-koeln.de