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Lösungsorientierung im Coaching

Warum die Lösung im systemischen Coaching die Hauptrolle spielt…

Wer ein Problem hat, hat viele Möglichkeiten, dieses näher zu beleuchten, die Gründe und Ursachen zu verstehen und Lösungen und Strategien der Lösung oder Umgangs zu entwickeln.

Das systemische Coaching als Möglichkeit der Bearbeitung fokussiert sich dabei in der Regel auf eine oder die Lösung und agiert im sogenannten Lösungsraum. Ursachen und Gründe sind meist (nicht immer) für den Coachingprozess gar nicht so relevant, Ziel und Fokus liegen auf der für den Klienten bestmöglichen Lösung. Doch warum ist das so? Kann ich den Ausweg aus einem empfundenen Problemraum finden, ohne die Gründe für dieses Problem genau zu (er)kennen?

Suche nach der Ursache

Auch im Coaching spielen Gründe und Ursachen für ein Problem eine Rolle, aber eher eine grundsätzlich untergeordnete. Wichtiger als der Blick zurück zu Entstehung und/oder Verfestigung des Problemerlebens ist nach diesem Ansatz der Blick nach vorne, sozusagen in eine bessere Zukunft. Viele Klienten verharren im Problemerleben und drehen sich bei der Suche nach Grund und Ursache häufig im Kreis. Das Erkennen von Gründen bringt einen Erkenntnisgewinn und ein Verstehen, was wichtig insbesondere für die eigene Akzeptanz ist. Damit aber ist noch nichts erreicht und dahingehend verändert, dass das Problemerleben schwächer wird oder sich gar ein vollständiger Ausweg auftut.

Orientierung an der (möglichen) Lösung

Das systemische Coaching fokussiert den Blick und das Erleben des Klienten eben auf eine mögliche Lösung. Das Problem läuft nicht weg, wenn man es zugunsten einer Lösungsstrategie zeitweise aus dem Blick verliert. Die Erkenntnis, etwas verändern zu wollen zum Besseren – nichts anderes meint unsere Lösung hier – lenkt den Blick logischerweise auf die Zukunft und damit den Lösungsraum.

Ein anschauliches Beispiel

Im Seminar saß eine Teilnehmerin, erzählte sehr viel von ihren Problemlagen und ihrem Problemerleben. Angesprochen auf mögliche Lösungen wurden einige wenige Veränderungsversuche benannt, die jedoch scheiterten (m.E. aufgrund zu schnellen Aufgebens, doch das würde uns hier zu weit weg vom Thema führen). Die Lösung bestand nun für sie in der Annahme, dass die Anderen etwas ändern müssten, um das Problem zu lösen. Sie selbst verharrte im Problemerleben. Folgende Übung wurde dann mit der Teilnehmerin durchgeführt, um ihr eine andere Sicht auf die aktuelle Situation zu vermitteln. An der Wand hing ein Zettel mit dem Wort PROBLEM. Die Teilnehmerin hatte zur Aufgabe, diesen Zettel mit den Augen ständig zu fixieren und den Blick zu keiner Sekunde davon abzuwenden. Gleichzeitig wurde im hinteren Teil des Raumes irgendwo ein Zettel, der für Alle gut sichtbar war, mit dem Wort LÖSUNG auf einem Tisch abgelegt. Die Teilnehmerin sollte diese Lösung finden und gleichzeitig das Problem nicht aus den Augen lassen. Sie ging rückwärts, der Seminarleiter leitete sie an verschiedenen Stolperfallen wie Stühlen oder anderen Gegenständen vorbei, schließlich sollten keine körperlichen Schmerzen erzeugt werden. Irgendwann kam die Teilnehmerin dann an der Wand am Ende des Raums an, ohne den Zettel mit der Lösung entdeckt zu haben. Sie hat sich dermaßen auf das Problem konzentriert und sich in seinem Rahmen bewegt, dass sie – gut sichtbare – Lösung übersah und an ihr vorbeiging. Dieser Versuch wurde mit veränderter Anleitung wiederholt. Die Teilnehmerin fokussierte den PROBLEM-Zettel, wurde jetzt aber aufgefordert, den Blick davon zu lösen, sich umzuschauen und die Lösung zu suchen. Sie drehte sich um, schaute zunächst genau, ohne sich zu bewegen. Als sie den LÖSUNGS-Zettel entdeckte, ging sie sicher um alle Hindernisse herum und erreichte die Lösung schnell und zielstrebig. Hierfür brauchte die Teilnehmerin exakt 13 Sekunden, während sie im ersten Versuchsdurchlauf 1:17 Minuten gebraucht hatte und erfolglos war.

Die Lösung im Blick

Ob im Business, Personal oder Karriere Coaching, dieses Beispiel verdeutlicht auf sehr anschauliche Art und Weise, was wir mit einer Lösungsfokussierung und einem Bewegen im Lösungsraum meinen. Wir lassen das Problem ein Problem sein, schauen uns gut und genau um und wenn wir die Lösung entdeckt haben, gehen wir Schritt für Schritt auf diese zu, erkennen auf dem Weg die Hindernisse und umschiffen diese, bis wir bei der Lösung angelangt sind. Von hier auch wieder das Problem in den Blick zu nehmen, ist möglich. Und jeder, der diese Erfahrung schon einmal gemacht hat, betrachtet sein Problem aus einer anderen Perspektive, nämlich wesentlich leichter und von der Lösung erfüllt. Und meist lässt sich das Problem sogar mit einem Lächeln betrachten…