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Gesundheitsfördernde Führung:
Psychische Belastungen erkennen und die Leistungsfähigkeit im Team erhalten

Wissen Sie eigentlich, wieviel Einfluss Sie mit Ihrem Führungsverhalten auf die Gesundheit* – insbesondere die psychische Gesundheit – Ihrer Mitarbeitenden haben? Und dies sowohl im positiven wie im negativen Sinn? Viele Führungskräfte unterschätzen diesen Faktor und damit ihre Mitverantwortung für das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit ihrer Mitarbeitenden.

Beides wirkt sich erheblich auf die Mitarbeiterzufriedenheit aus und entscheidet mit darüber, ob Fachkräfte einem Unternehmen treu bleiben oder es verlassen. Das wiederum hat langfristige Folgen für Produktivität, Kundenzufriedenheit und Wettbewerbsfähigkeit.

In der Stress-Studie der Techniker Krankenkasse aus dem Jahr 2016 zeigte sich, dass fast jeder zweite Mitarbeitende unter Dauerbelastung und Stress am Arbeitsplatz leidet. Von diesen 50% berichteten 64% von Erschöpfung und Ausgebranntsein. Als wesentliche Ursachen für ihre psychische Belastung nannten jeweils fast 40% der befragten Beschäftigten ungenaue Anweisungen oder Vorgaben und mangelnde Anerkennung ihrer Leistung. Weitere Faktoren wie z. B. Arbeitsmenge, Termindruck, Informationsflut sind weitere belastende Faktoren, die sich auf die psychische Belastung der Mitarbeitenden auswirken.

In den letzten beiden Jahren hat sich die Lage infolge der Pandemie weiter dramatisch zugespitzt: die Sorge vor einer Corona-Erkrankung in der eigenen Familie, soziale Isolation und pandemiebedingte Veränderungen am Arbeitsplatz sind erhebliche zusätzliche psychische Belastungen und Herausforderungen nicht nur für Führungskräfte, sondern auch für Mitarbeitende.

Ist das Monitoring der seelischen und psychischen Belastung und des emotionalen Zustands eines Teams schon ohne Pandemie eine anspruchsvolle Aufgabe, wird es in Zeiten virtueller Zusammenarbeit ungleich schwieriger, das Wohlbefinden aller zu fördern, psychische Überforderung zu erkennen und wirkungsvolle Maßnahmen zu ergreifen.

*Gesundheit: Gemäß der Weltgesundheitsorganisation [WHO] (1946) ist Gesundheit „ein Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens und nicht nur das Fehlen von Krankheit oder Gebrechen“.

Was können Sie als Führungskraft ganz konkret tun? Hier meine Top 5 Tipps für Sie:

1. Betreiben Sie Selbstfürsorge und seien Sie damit ein Vorbild für Ihr Team. Es ist essentiell, dass es Ihnen als Führungskraft selbst gut geht. Nur dann kann es auch Ihren Mitarbeitenden gut gehen. Beantworten Sie folgende Fragen für sich und finden Sie heraus, wie es um Ihre eigene psychische Belastung steht:

  • Wie häufig mache ich Pausen? Nehme ich täglich meine Mittagspause?
  • Wie viel bewege ich mich in meinen Pausen und in meiner Freizeit?
  • Wie häufig kommuniziere ich außerhalb der Arbeitszeit zu beruflichen Themen?
  • Wie ernähre ich mich?
  • Wie viel und gut schlafe ich?
  • Wie sorge ich für Ausgleich zu meinen psychischen Belastungen?

2. Passen Sie Ihr Kommunikationsverhalten an die (virtuellen) Arbeitsbedingungen an. Bleiben Sie in Kontakt mit ihrem Team, um Veränderungen und Belastungssignale frühzeitig wahrnehmen zu können. Hier einige Ideen:

  • Daily Morning Coffee: kurzes morgendliches Treffen als Check-in für den Tag mit kurzem Austausch zu aktueller Befindlichkeit und zentralen Themen für den Tag
  • Stimmungsbarometer: wöchentliches Meeting zum Thema ‚Wie geht es dir? Wie ist die Stimmungslage im Team?‘ (keine fachlichen Themen!)
  • Kommunizieren Sie, zu welchen Zeiten Ihre Mitarbeitenden Sie erreichen können.
  • Ermuntern Sie Ihre Mitarbeitenden, sich auch ohne Führungskraft zu treffen und informell auszutauschen.
  • Schaffen Sie Gesprächsanlässe mit zurückhaltenden Mitarbeitenden, um ihre Bedürfnisse zu erfahren und ihre Leistung beurteilen zu können.
  • Seien Sie zu jeder Zeit ein aufmerksamer Zuhörer: so erkennen Sie mögliche Konflikte und Überbelastungen frühzeitig und können schnell handeln.

3. Zeigen Sie Ihren Mitarbeitenden Ihre Anerkennung und Wertschätzung: mit kleinen Überraschungen bei außergewöhnlichem Einsatz oder nach besonders herausfordernden Aufgaben. Auf diese Weise erzeugen Sie große Freude und fördern Zufriedenheit und Motivation der Mitarbeitenden z.B. mit einem Dankes-Kärtchen, etwas Schokolade, einem Blümchen auf dem Schreibtisch oder per Post oder auch nur virtuell.

4. Nach Monaten der Pandemie und des virtuellen Arbeitens, braucht es neue Impulse zur Stärkung des Teamzusammenhalts. Wenn Zusammenkünfte in Präsenz nicht möglich sind, dann erneuern Sie das Teamgefühl bei einem virtuellen Event, etwa einem gemeinsamen Essen (jeder erhält das Essen nach Hause), einem After-Work Drink oder einem virtuellen Escape-Room. Fragen Sie Ihr Team, woran Sie Freude hätten.

5. Sollten Sie trotz all dieser Maßnahmen bei einzelnen Mitarbeitenden Veränderungen im Verhalten oder Aussehen oder andere Belastungssymptome wahrnehmen, dann suchen Sie direkt das Gespräch und drücken Sie Ihre Sorge aus. Es ist wichtig, schnell zu reagieren und die Lage nicht eskalieren zu lassen. Die meisten Menschen rechnen es Ihnen hoch an, dass Sie das Gespräch suchen, selbst wenn sie von dem Gesprächsangebot nicht (direkt) Gebrauch machen.

Wenn Sie mehr dazu erfahren möchten, wie Sie Ihre Gesundheit und die Ihres Teams nachhaltig stärken und damit psychischer Belastung entgegenwirken sowie gleichzeitig die Leistungsfähigkeit erhalten, dann buchen Sie unser interaktives Online Training ‚Gesund führen – Leistungsfähigkeit & Gesundheit im Team erhalten‘.

Falls Sie sich individuelle Unterstützung für Ihre persönliche Situation als Führungskraft oder Mitarbeitender wünschen, sprechen Sie uns gern auf unsere Coachingangebote an.

Köln, 06.02.2022

Kerstin Brandes, Systemischer Coach und Trainerin

Kontakt:
kerstin.brandes@coachingwerk-koeln.de