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Schluss mit dem Gedankenkarussell!

Das Gedankenkarussell beenden

Schon seit einiger Zeit weiß ich, dass ich bald meinen Blogbeitrag für das Coachingwerk schreiben darf. Ich freue mich darauf und sprudele nur so vor Ideen. Ich mache mir Notizen dazu, damit diese Inspirationen nicht verloren gehen. Dann setze ich mich voller Vorfreude endlich hin und fange an zu schreiben. Oder naja, ich öffne meinen Computer, starre darauf, überlege, schreibe, lösche, denke wieder nach, formuliere um, lösche wieder. Und so weiter. Was ist denn nur los? Ich habe doch so tolle Ideen, warum nur wirken sie so fade und nichtssagend, sobald ich anfange zu schreiben? Oder warum fällt es mir so schwer, meine Gedanken in Worte zu fassen? Und schon fange ich an, mich um mich selbst zu drehen. Es ist nicht gut genug, was ich da schreibe. Es muss den Leser packen, vielleicht sogar berühren, es soll perfekt sein… Das berühmt berüchtigte Gedankenkarussell ist in eine neue Runde gegangen. Erst ist es vielleicht nur ein kleines Kinderkarussell auf dem Dorffest. Doch schon bald nimmt es Dimensionen an, die eher an den Star Flyer im Kopenhagener Tivoli (größtes Kettenkarussell der Welt) erinnern. Und es wird schneller und es dreht und dreht sich. Kein Wunder, dass ich keinen klaren Gedanken mehr fassen kann und mein Projekt, „heute schreibe ich meinen Artikel“ wieder ad acta lege.

Jetzt mal ehrlich – wer von Ihnen kennt solche Situationen nicht? Gerne besteigen wir das Karussell – sogar, wenn wir eigentlich schlafen wollen.

Wie also kommt es, dass Sie in diesem Moment meinen Artikel lesen können? Ich habe es geschafft, mein eigenes Gedankenkarussell anzuhalten und auszusteigen. Ich bin noch einen Schritt weiter gegangen: ich habe es genutzt, um genau diesen Artikel zu schreiben. Damit habe ich ihm eine neue Bedeutung gegeben und betrachte es nun aus einer neuen Perspektive. Ich bin jetzt Zuschauer und sitze eben nicht mehr drin. Und genau das kann jeder von uns schaffen – und sogar in jeder Situation. Es bedarf einzig und allein ein wenig Übung und Vertrauen in uns selbst – in unsere innere Kraft. Aber nun nochmal von vorne…

Die Wechselwirkung der Gedanken und Gefühle

Gedanken und Gefühle wirken sich wechselseitig aufeinander aus. Wir erleben eine Situation, und bevor wir bis 3 zählen können, haben die ersten Gedanken sich schon ihren Weg gebahnt. Diese Gedanken lösen erste Gefühle aus. Da die Gedanken sehr wahrscheinlich (unbewusst) mit einer anderen bereits erlebten Situation und der Erfahrung verknüpft wurden, werden auch die Gefühle aus dieser bereits erlebten Situation geweckt. Diese Gefühle wiederum führen dazu, dass sich unsere Gedanken verfestigen und weitere Emotionen auslösen oder verstärken. Und so weiter und so fort. Sehen Sie, worauf ich hinaus möchte? Wir stecken in unserem Gedanken-/ Gefühlskarussell drin eh wir uns versehen. Die Gedanken gewinnen Macht über uns, nicht wir die Macht über unsere Gedanken.

Ressourcenorientierung und Körperhaltung

Was ich nun gemacht habe, habe ich im Systemischen Coaching gelernt und auf mich selbst angewendet.

Anstatt mich fertig zu machen und zu frustrieren, habe ich angefangen, auf meine Ressourcen zu blicken: „Ich habe ja schon wunderbare Ideen für den Artikel, ich würde von mir selber behaupten, dass ich ganz gut schreiben kann, ich verfüge über die erforderlichen Kenntnisse zu meinem Thema…“ So habe ich begonnen, mein eigenes Karussell zu verlangsamen. Als nächstes habe ich meine Körperhaltung verändert. Denn ich habe bemerkt, dass ich – in meinem Karussell steckend – immer weiter in mir eingesunken bin. Dabei handelt es sich übrigens um eine natürliche Konsequenz unseres Gedanken-/ Gefühlskarussells. Die Gedanken haben einen Einfluss auf unsere Körperhaltung – und diese wiederum wirkt sich weiter auf unsere Gedanken aus.

Durchbrechen wir diesen Kreislauf über die bewusste Veränderung unserer Körperhaltung, durchbrechen wir auch den Kreislauf unserer Gedanken. Für mich war es wichtig, mich aufrecht hinzusetzen und kurz die Hand zur Faust zu ballen, als Symbol meiner inneren Kraft. Und schon spürte ich, wie das Karussell noch langsamer und auch kleiner wurde. Gleichzeitig hat sich in mir ein Gefühl manifestiert – dass ich es schaffe. Und damit konnte ich endlich mein Karussell verlassen und es von außen betrachten. Mit dem Blick auf meine Ressourcen, auf meine Ideen, auf meine gefühlte innere Stärke habe ich ganz einfach angefangen, zu schreiben.

Systemisches Coaching

Im Systemischen Coaching helfen wir Ihnen auf verschiedene Art und Weisen, anders auf die Situation zu blicken – getreu nach dem Motto: der Lösung ist das Problem egal. Wir unterstützen Sie dabei, den für Sie passendsten Weg zu finden, das Karussell anzuhalten, auszusteigen und eine neue Perspektive einzunehmen. Und was gerade noch übermächtig zu sein schien und uns den Blick vor lauter Schwindel verschleiert hat, bekommt plötzlich neue Dimensionen. Ich sage bewusst nicht, dass es klein wird – denn letztlich kann nur jeder für sich selbst herausfinden, was die neue Perspektive mit sich bringt. Aber sicherlich führt die Durchbrechung des Gedankenkarussells dazu, dass Sie wieder in sich ankommen, Ihren Blick schärfen und Lösungswege finden. Die Arbeit im Systemischen Coaching stärkt zudem Ihren Glauben an sich selbst.

Pulheim, 17.06.2019 – Nicola Quast

Kontakt: nicola.quast@coachingwerk-koeln.de