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Die guten Vorsätze und systemisches Coaching…

Gute Vorsätze

Alle Jahre wieder fassen sich viele Menschen gute Vorsätze für ein neues Jahr, in dem Alles besser und einfacher werden soll. Wir fassen uns diese Vorsätze mit Vorliebe zum neuen Jahr, da wir hier für uns einen neuen Abschnitt definiert haben, der sich z.B. in der Änderung der Jahreszahl niederschlägt und so fast täglich sichtbar wird.

Fragt man Freunde, Bekannte oder Verwandte nach einiger Zeit nach ihren guten Vorsätzen, so stellt sich oft heraus, dass es vielleicht einige Tage und Wochen gut geklappt hat mit der angestrebten Veränderung, sich dann aber nach und nach wieder die alten (Un-)Gewohnheiten eingeschlichen haben.

Warum nur fällt es uns so schwer, unsere guten Vorsätze dauerhaft umzusetzen?

Veränderungen der eigenen Verhaltensweisen werden zwar im Kopf oft gut geplant und wir nehmen uns fest vor, diese auch umzusetzen. Doch mit der Zeit machen wir die (oft unbewusste) Erfahrung, dass eine dauerhafte Veränderung mitunter sehr anstrengend ist. In kritischen Situationen geben wir den alten Verhaltensweisen wieder den Vorzug. Diese Verhaltensmuster sitzen so tief in uns, da wir sie bereits über Jahre praktiziert haben und sie unsere Gewohnheiten bestimmen.

Umgewöhnen statt Abgewöhnen

Diese Gewohnheiten laufen unbewusst in uns ab. Wir definieren als Ziel, dass wir uns diese oder jene Verhaltensweise abgewöhnen wollen. So höre ich häufig den guten Vorsatz zum neuen Jahr: „Ich will nicht mehr rauchen.“ Einfach eine vermeintlich alte Verhaltensweise zu verlassen ist ein frommer Wunsch, wird jedoch in den meisten Fällen scheitern, da wir uns keine Gedanken gemacht haben, was an die jeweilige Stelle treten kann oder wohin wir denn stattdessen wollen.

Machen wir einen kleinen Test. Leiten wir eine andere Person an, sich einen ganz konkreten Punkt im Raum zu suchen. Anschließend soll diese Person zu diesem ausgewählten Punkt gehen. Sie werden sehen, dass die Person zielstrebig und meist ohne Umwege diesen Ort aufsucht. Sagen Sie der Testperson anschließend, dass sie jetzt von diesem Ort weggehen soll. Meist folgt ein fragender Blick – sie weiß offensichtlich nicht, wohin sie jetzt gehen soll.

Deshalb reicht es nicht, ein Ziel zu formulieren, etwas zu unterlassen. Stattdessen ist entscheidend, ein positives Ziel (z.B. einen konkreten Zustand, eine konkrete neue Verhaltensweise, etc.) zu formulieren und möglichst tief zu verinnerlichen. Hier können verschiedene Methoden des systemischen Coachings unterstützen, wie z.B. eine Trance im Hypno-Coaching, in der man den gewünschten Zielzustand und seine Auswirkungen auf Körper und Geist schon einmal tief spüren und empfinden kann.

Kleine Helferlein

Im systemischen Coaching können wir uns durch bestimmte Interventionen kleine innere und/ oder äußere Helferlein schaffen, die uns unterstützen. Wer z.B. einen inneren Anteil der eigenen Persönlichkeit gefunden hat, der für das Erreichen eines Ziels besonders wichtig ist, muss mit diesem Anteil oft in Kontakt stehen, diesen Anteil akzeptieren und wertschätzen und insbesondere die positive Absicht dieses inneren Anteils erkennen. Häufig wird ein solcher Anteil im systemischen Coaching sehr intensiv erlebt und erhält nicht selten eine Form, ein Gesicht o.ä. Es wird dann versucht, ein Symbol zu finden, das diesen Anteil repräsentiert und uns an seine Unterstützung erinnert und uns Kraft geben kann.

Mein Rückhalt

Ich selbst habe im systemischen Coaching diese Erfahrung gemacht und einen besonderen inneren Anteil, meinen inneren Spezialisten, gefunden. Dieser innere Spezialist hält immer bedingungslos zu mir (auch wenn ich Mist gebaut habe), ist immer bei mir, macht mir Mut und kritisiert mich auf eine konstruktive Art und Weise, die ich sehr gut annehmen kann. Diesen Spezialisten konnte ich im Coaching immer weiter ausbauen, er hat eine Form und ein Gesicht erhalten (ein ganz spezielles Playmobilmännchen) und auch einen Namen. Ich kann ihn mittlerweile rufen, wenn ich ihn brauche und ich trete dann mit ihm in Kontakt, spüre seine Unterstützung und einfach die Tatsache, dass ich Rückhalt habe. Er ist ein fester Bestandteil geworden. Wenn ich schwierige Situationen zu meistern habe, ist er meist in der Hosentasche oder irgendwo, wo ich ihn sehen kann, und ich spüre diesen starken Rückhalt.

Irgendwie verrückt

Ja, es mag ein wenig verrückt klingen und vor einigen Jahren hätte ich selbst es wohl auch so gesehen. Aber ich habe das Glück gehabt, meinen inneren Spezialisten in mehreren Coaching-Sitzungen zu entdecken und zu nutzen. Er hat mich bei der Veränderung einiger Verhaltensweisen begleitet. Diese Änderungen habe ich selbst erreicht (es kann kein anderer für mich tun) und ich habe mir Bedingungen geschaffen, die mir die Zielerreichung möglich bzw. einfacher gemacht haben.

Gute Vorsätze

Es gibt viele Möglichkeiten, die Umsetzung guter Vorsätze durch vielfältige Methoden des systemischen Coachings zu unterstützen. Da wir Alle unterschiedlich sind, gibt es auch hier kein Patentrezept, sondern muss im Einzelfall immer zum Klienten passen. Er entscheidet was hilft und was nicht.

Fassen Sie sich nun für das neue Jahr gute Vorsätze, möchte ich Ihnen nun ein paar Tipps mit auf den Veränderungsweg geben:

  • Definieren Sie ein positives Ziel, was Sie zukünftig wollen, nicht nur ein negatives (z.B. „Ich will frei durchatmen und ohne Atembeschwerden Treppen steigen können“ statt „Ich will nicht mehr rauchen.“)
  • Das Ziel muss attraktiv sein für Sie. Nur weil Andere meinen, dass etwas gut für Sie ist, wird eine Veränderung nicht klappen, Sie müssen einen Gewinn aus der Veränderung ziehen.
  • Versetzen Sie sich in einen Zustand in der Zukunft und tun Sie als ob Sie das Ziel bereits erreicht haben und tauchen Sie tief ein. Blicken Sie dann aus der Zukunft auf heute zurück. Sie werden die Euphorie des erreichten Ziels spüren, ebenso wie eine große Portion Stolz auf die eigene Leistung.
  • Überlegen Sie, wer oder was Sie unterstützen kann. Setzen Sie sich ggf. konkrete Zwischenziele, definieren Sie einzelne Schritte, die Sie zum Ziel führen.
  • Gehen Sie positiv ran. Wenn Sie im Kopf haben, dass es wahrscheinlich nicht klappt, wird das auch so sein.

Gut gebrüllt Löwe

So manche werden jetzt vielleicht denken: Ja, schön gesagt, aber trotzdem schwer umzusetzen. Veränderungen sind anstrengend und erfordern von uns viel Mut und Kraft. Aber sie sind möglich!

Systemisches Coaching kann Sie dabei unterstützen, sowohl in der Zielformulierung als auch in der Planung der Umsetzung und der Unterstützung durch wen oder was auch immer. Mir persönlich hat es bereits in vielen kleinen Dingen geholfen (Veränderungen müssen nicht die Welt verändern, sie können und sind oft auch nur kleine, aber trotzdem bedeutende Dinge), meine Verhaltensweisen und Einstellungen zu verändern.

Scheitern erlaubt

Dabei ist es immer wichtig, kontinuierlich am Ball zu bleiben und das formulierte Ziel zu fokussieren. Wenn wir dann mal an der ein oder anderen Stelle wieder in unsere alten Verhaltensweisen verfallen, also zunächst scheitern, ist das menschlich und darf passieren. Wir werden eine Veränderung nur schaffen, wenn wir auch dieses Scheitern nutzen und die Veränderung trotzdem immer wieder weiter versuchen. Mit dieser Zielstrebigkeit unterstützt durch Dinge oder Anteile, die jedem einzelnen von uns persönlich helfen können, ist Veränderung möglich und wird auch gelingen. Wenn wir sie realistisch planen, motiviert angehen und auch kleine Erfolge als das verbuchen, was sie sind: Als wertzuschätzende eigene Leistung, die uns unserem Ziel immer ein Stückchen näher bringt.

In diesem Sinne: Viel Erfolg bei der Umsetzung Ihrer guten Vorsätze für 2019.

Köln, 01.01.2019 – Martin Binzen

Kontakt: martin.binzen@coachingwerk-koeln.de

Martin Binzen, Dipl. Sozialpädagoge, zertifizierter Personal- und Business Coach (ECA) hat bereits selbst zahlreiche Veränderungsprozesse durchlaufen, die durch systemische Coachinginterventionen begleitet wurden. Seit zwei Jahren unterstützt er nun selbst als systemischer Coach Menschen in ihrem Veränderungswillen und dessen Umsetzung sehr erfolgreich.