Entschleunigungs-Coaching für mehr Lebensqualität

„NO STRESS!“

Auf dem Weg in meinen kürzlichen Urlaub auf Cabo Verde hatte ich zwei Bücher im Gepäck: „Wenn du es EILIG, gehe LANGSAM.“* von Spiegel Beststeller Autor Pof. Dr. Lothar Seiwert und „Langsamer!“**, ein faszinierender Essay gegen die Geschwindigkeit von Ilma Rakusa. 

Als ich meinen Fuß erstmals in Sal Rei, Boa Vista auf kapverdischen Boden setzte, sprang mir das kapverdische Lebensmotto förmlich ins Gesicht. Von überall – von Hauswänden, Shops, Restaurants, Cafés und T-Shirts der Menschen – lachte es mich an: „No Stress“. „Was für ein Zufall“, dachte ich. Das musste mein Wink mit dem Zaunpfahl sein, nun endlich runterzufahren oder anders gesagt: zu entschleunigen.

Alles läuft auf Cabo Verde etwas langsamer und bewusster ab: die Bewegungen der Menschen, das Tempo der Gespräche, der Service in Shops, Bars, Cafés und Restaurants. Für mich war es eine ganz neue Erfahrung, zwei ganze Stunden auf mein Essen zu warten und jede Minute genießen zu können – die Menschen um mich herum zu beobachten, Geräusche und Gerüche aufzunehmen – und tiefste Dankbarkeit für diese geschenkte Zeit und die Verlangsamung dieses Moments zu empfinden.

Die besagten Bücher haben dieses Erleben weiter verstärkt und untermauert. Im Folgenden fasse ich die für mich wichtigsten Aussagen und Erkenntnisse zusammen:

Temporausch und Effizienz bestimmen unser tägliches Tun

Seit über 200 Jahren wächst der Drang nach Beschleunigung in unserer Gesellschaft unaufhörlich und bewirkt Veränderungen von drastischem Ausmaß. Die Geschwindigkeit ist zum Wahrzeichen des 20. Jahrhunderts geworden – das Zeitalter der Tempokratie. Massentouristisch jetten wir um die Welt, überwinden im Internet virtuelle Distanzen, schicken Astronauten auf den Mond und frönen der Mobilität und dem Tempo. Nach Peter Borscheid steigert sich die Geschwindigkeit der Kommunikation um den Faktor 10hoch7, die Reisegeschwindigkeit um 10hoch2 und die Datenverarbeitung um 10hoch6. Temporausch und Effizienz bestimmen unser tägliches Tun – wer lebt heute nicht nach dem Motto „Zeit ist Geld“… Wo man hinblickt sieht man Gleichzeitigkeitsartisten mit zerstreuter Aufmerksamkeit.

Der modern dahintreibende Mensch wechselt ständig Arbeit, Wohnort und Lebensform, um den Anforderungen des globalen „Turbokapitalismus“ zu entsprechen. Auch die kostbare Freizeit gerät unweigerlich in den Sog dieses Tempos. Die Gier, sich nun möglichst viel Genuss zuzuführen, führt erneut zu Freizeitstress.

Wie viel „Tempokratie“ aber verkraften wir? Wir alle leiden unter Stress-Symptomen, mittlerweile auch schon unsere Kinder – von den Menschen mit Burnout ganz zu Schweigen.

Auszeit als Regularität und Regulator

Nun sind „Langsamkeit“ und „Entschleunigung“ zugunsten von Bewusstheit, Sinnlichkeit und Lebensqualität angesagt. Im Kleinen können wir uns Nischen, Freiräume und Atemoasen schaffen und so den Alltag und seinen Produktivitätswahn austricksen. Eine genussvolle Lektürestunde, ein Spaziergang, entspanntes Kochen oder ruhiges Gärtnern oder Momente der Besinnung, in denen die Gedanken einfach schweifen dürfen und der allseits bekannte Druck und Zwang keinen Zugriff auf das Ich hat. Wir etablieren also Auszeit als Regularität und Regulator. Unser Atem verlangsamt die Zeitmaschine. Wir können also Schluss machen mit Trendhörigkeit und Aktualitätssucht. Wie wäre es mit „antizyklisch leben“? Zwischen Herdentrieb und Anarchie liegt irgendwo der eigene Weg, das „Savoir-Vivre“, nach eigenem Tempo zu leben – Lebensqualität, ohne sich dem Erlebten zu verschließen.

Aber was bedeutet Lebensqualität? Es könnte zum Beispiel bedeuten, dass Arbeit und Freizeit eine Einheit bilden – so wird auch Karriere zu Spaß, Selbstverwirklichung und Freude. Es könnte sich ein Patchwork von Tätigkeiten ergeben, warum nicht.

Entschleunigung durch Zeitsouveränität: Wie soll das gehen?

  1. Formulieren Sie Ihre Träume und Wünsche als Ziele. Dann können Sie Ihnen leichter folgen. Manifestierte Visionen haben eine
    enorme Schubkraft.
  2. Wer dringende Dinge erledigt, reagiert nur. Wer die wichtigen Dinge tut, agiert. Was wichtig ist, entscheiden Sie für sich selbst – und kein anderer.
  3. Konzentrieren Sie sich auf das Wesentliche und verplanen Sie nicht Ihre gesamte Zeit. So sind Sie flexibler und weniger gestresst. Eine qualitative Zeitbalance ist wichtiger als eine quantitative.
  4. Nichtstun gehört als Aufgabe in den Kalender. Regelmäßige Auszeiten regenerieren Körper, Seele und Gehirn.
  5. Bestimmen Sie selbst, in welchem Tempo Sie Richtung Ziel gehen und Sie kommen leichter und schneller dort an. “Eigen-Sinn“ gibt Kraft und Motivation und wird mit Freude und Glück belohnt. Intuition ist der beste Ratgeber.
  6. Wer dankbar ist und den Augenblick wertschätzt, öffnet sich für die Chancen im Leben. Die wichtigste Zeit ist immer jetzt.

Mit systemischem Coaching von “Time is Money” zu “Time is Life”

In unserem Coaching begleiten wir Sie dabei, Ihr ganz persönliches „Time is Life“ zu entwickeln: Ihre persönlichen Lebensziele, Ihr perfektes Lebensmodell, Ihre optimale Work-Life-Balance und Ihr richtiges Maß an Entschleunigung zu finden.

Wirkungsvolle Coaching Interventionen zur Visions- und Zielfindung, Fantasiereisen, Wertearbeit, Rollenklarheit (welche Lebenshüte habe ich auf?) oder das Arbeiten mit verschiedenen inneren Anteilen führen zu tiefen Erkenntnissen über die eigenen Bedürfnisse und eröffnen somit neue persönliche Lösungswege für die eigene Zeitsouveränität.

*Wenn du es EILIG hast, gehe LANGSAM, Prof. Dr. Lothar Seiwert, CAMPUS Verlag Frankfurt/New York, 17., Neuausgabe 2018
**Langsamer!, Ilma Rakusa, Literaturverlag Droschl Graz-Wien, Essay 54, 7., Auflage 2017